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Der Schwule Monat




Regenbogenstraßenschilder, Zebrastreifen und Modekollektionen - damals Csd, heute Pride Monat, morgen Normalität. Es mag ein wichtiges Marketing sein, die große Kaufkraft der LGBTQ Community zu beachten und sie in das normale Geschäft einzubeziehen. Die größten Modehäuser brachten dieses Jahr eine Pride Kollektion heraus, der Regenbogen wird als Symbol für Toleranz und Individualität in die Welt getragen. Nun mag es für Kritiker einen rein kommerziell ausgerichteten Hintergrund geben - aber es bewirkt so viel mehr.
Für den einen oder anderen mag es wie einen Hype um die Community klingen, der sich immer mehr verstärkt. Aber kann man es wirklich Hype nennen oder einfach Eingliederung in die Normalität? Die Community ist bunt, die individuelle Entfaltung ist grenzenlos, daher spricht nichts gegen Regenbogenflaggen im Alltag. Ob auf der Straße oder in der Mode. Der eine oder andere mag sich nicht damit identifizieren wollen, selbst als Teil der Community. „Das ist doch alles viel zu gay, ich will einfach nur normal sein und nicht so herumlaufen müssen!“ - muss man auch nicht. Aber vielmehr sollte man es akzeptieren. Ich war in den letzten Monaten in Paris und Amsterdam auf großen Gay Straßen mit einem Publikum sehr unterschiedlicher Menschen. Das Publikum ist bunt und es ist keineswegs nur die LGBTQ Community anwesend. Meiner Meinung nach ist die Regenbogenflagge kein Zeichen für klischeehafte Gayness, sondern für Vielfalt und Akzeptanz.
Natürlich ist es auch kein 'Schwuler Monat', wie ihn Unwissende nennen würden.
Mittlerweile sage ich, und das wissen meine Freunde auch, dass ich ungern auf normale Partys gehe, weil ich mich unwohl fühle. Ich kann nicht mal bekloppt tanzen oder Augenkontakt mit einem Mann aufnehmen, falls ich Interesse habe. Es ist immer eine Angst dabei - da natürlich nicht die ganze Welt auf dem gleichen Stand der Toleranz ist. Daher bevorzuge ich eine Party, die sich als tolerant und LGBTQ freundlich ausweist - und um ehrlich zu sein, auch meine Heterofreundinnen können dort fündig werden, weil sich dort einfach jeder herumtreibt und so sein kann, wie er will. Nicht jeder Aspekt der Szene ist toll, aber ich denke das ist auf jede Szene zu beziehen. Die Verbreitung der Regenbogenflagge, internationaler Prides, offener und authentischer Künstler - all das hat einen positives Einfluss auf die Gesellschaft.
„Es sind nur negative Beispiele für Homosexualität in den Medien“ kann auch nicht mehr gesagt werden - in einer Zeit von Sam Smith, einem offenen Ricky Martin, Adam Lambert, Troye Sivan oder Harry Styles. Es ist nichts negatives daran zu finden, sich verbunden, akzeptiert und frei zu fühlen, daher schaue ich mit positiven Gedanken in die Zukunft.
Die Nächte in Amsterdam und Paris waren wundervoll und werden immer in meinem Herzen bleiben, ich hoffe künftig mehr an solch von Grund auf positiven und authentischen Ereignissen teilzunehmen. Verbreitet die Flagge, egal welche Sexualität ihr habt, wenn ihr für ein toletantes und vielseitiges Miteinander seid!

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