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Pendlertagebuch: Je älter, desto kälter.





#Zugfahrten Hinweg Ein dicker Pullover bringt nichts, wenn man Hosen voller Löcher trägt. Ich stehe frierend am Gleis und bereite mich mental auf einen gefüllten Zug nach Frankfurt vor. Nach einer solchen Fahrt bin ich nicht nur angespannt, sondern vielmehr ausgetrocknet- mit dem Drang meine Hände zu waschen. Im gewissen Sinne genieße ich diese Fahrten aber auch, da man plötzlich Teil der arbeitenden Gesellschaft ist - was ich bisher nur aus Filmen kannte. Endlich erlebe ich diese „ich hole mir einen sinnlos überteuerten Starbucks und muss schnell zur Arbeit hetzen-Momente“ selbst. Ich habe einen Sitzplatz gefunden und muss mir nun anhören, wie irgendeiner ständig Joint-rauchende Kackhaufen in eine Whatsapp Gruppe der Person hinter mir postet. Solche Zugfahrten sind verstörend, auf eine inspirierende Art und Weise. Ich muss mich noch daran gewöhnen, dass ich nur zweimal die Woche arbeite. Da ist gefühlt jeder Tag entweder Montag oder Freitag. Allgemein habe ich kein Gefühl für Wochentage, da man entweder in der Agentur arbeitet, Unikram hat, Shootings oder freie Projekte hat. Irgendwie ist es sehr viel, aber auch sehr erfüllend - wo bleibt da noch Zeit fürs Diplom? Ach nebenbei eine kleine Confession (mir fällt das deutsche Wort gerade nicht ein, kennt ihr diese Momente?) - ich habe mir übertrieben viel MakeUp gekauft, weil man als Fotograf in vielen Fotostudios selbst für Make Up und Styling verantwortlich ist. Leider lösen diese Utensilien totale Suchtgefahr bei mir aus. Bald bin ich besser ausgestattet als jeder Douglas und bringe dennoch nur Schrott zu Stande. Vielleicht ist das auch Ventil für irgendwas aus meinem Leben? Totaler Quatsch. Andere kaufen sich teure Autos und ich finde keine freien Schubladen für meine tausende Eyeshadow Paletten. Gleich bin ich in Frankfurt, ... Heimweg Das kommt mir vor wie eine Art Tagebuch. Nach der Arbeit bin ich immer angespannt, die Zugfahrt wirkt nicht gerade dagegen an. Ich liebe es hingegen, wenn die Züge 10 Minuten früher in den Bahnhof einfahren, sodass ich mir in aller Gemütlichkeit einen Platz aussuchen kann. Nach und nach füllt sich der Zug, es wird schweißtreibend, parfümiert und es riecht nach Feierabendsnacks - hier und da riecht es nach Alkohol. Irgendjemand klimpert als mit einer Flasche oder einem Löffel - ich hasse Geräusche, die sich wiederholen. Zusammenreißen ist angesagt, sonst werde ich als Zuhörer verrückt. Am liebsten würde ich zum Runterkommen ein Buch lesen, aber mein Rucksack ist voll mit Technik und Essen, sodass ich mich eher wie ein Vollblut-Backpacker fühle. Wobei diese sicher nicht selten ein Buch mit sich herumtragen. Es ist doch verrückt, wie schnell es dunkel wird? Je älter ich werde, desto weniger komme ich darauf klar. Die Bäume so kahl zu sehen, macht mich fertig. Auch gegen Kälte bin ich immer weniger immun. Bis vor einem Jahr haben mich noch alle für verrückt erklärt, weil ich nur T-Shirts unter meinen Jacken trug: Egal ob im Tiefschnee oder Hagel. Dann kam plötzlich dir Wende und von heute auf morgen war ich eine Frostbeule. Was soll das bitte ? Jetzt musste ich mir letzten Winter erstmal Pullover kaufen, da ich davon keinen einzigen hatte. Was kommt als nächstes? Ich möchte es mir gar nicht erst ausmalen.. Ich wünsche einen entspannten Freitag und viel Spaß beim Kerze anzünden diesen Sonntag !

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