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Warum ich immer Kappe trage..



Meine positiven und negativen Erfahrungen haben mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. Ob Familie, Freunde oder Fremde, alle haben ihren Einfluss geübt. Der Charakter und das Wesen wird durch viele ausschlaggebende Momente geprägt. Ich kann über mich sagen, dass ich mich als guten Menschen sehe. Hilfsbereit, freundlich und respektvoll im Umgang mit Anderen. Ich bin ehrlich und versuche mich möglichst authentisch zu verhalten.

Dieses Selbstbild heißt keineswegs, dass ich mit mir selbst zu hundert Prozent zufrieden bin, wie auch? Das wäre natürlich mein Ziel, aber manche Dinge kann ich in meinem jetzigen Stadium nicht akzeptieren. Ein genaues Beispiel: Meine Haare. Ich hasse meine Haare, sie sind dünn und ich habe eine Stirn bis ins Weltall. Hat man mich damals darauf angesprochen, dann stand ich den Tränen nah. Für mich ist es manchmal schwierig zu akzeptieren, dass ich mich mit so einem Problem herumschlagen muss, was sonst keinen in meinem Freundeskreis betrifft. Natürlich hat jeder seine Probleme, aber das ändert nichts am eigenen Standpunkt. Man vergleicht sich immer mit Leuten, die die eigenen Probleme scheinbar nicht haben - klar macht das unzufrieden. Ich bin nicht besonders sportlich, vergleiche mich dann aber sportlichen Leuten. Ich habe Augenringe und vergleiche mich mit Leuten ohne Augenringen. Ihr versteht, was ich meine.

Natürlich sagt die Vernunft: Wir alle haben Probleme, man muss sich selbst akzeptieren, niemand ist perfekt und weitere Floskeln. Aber ich muss mir nichts vormachen, wenn ich innerlich mit gewissen Dingen unzufrieden bin. Vielleicht ist es sogar ganz gut, dass ich nicht alles an mir mag, möglicherweise trägt das zum Charakter bei. Ich bin unzufrieden mit meinen Haaren, stehe aber mittlerweile über diesem Problem. Ich will nicht meine Haare zeigen, deshalb zeige ich mich nur mit Kopfbedeckung - Ende der Story. Problem und persönliche Konsequenz. Ob es wirklich langfristig glücklich macht? Wahrscheinlich nicht. Aber letztendlich zählt der Weg - wie man mit solchen Unsicherheiten umgeht. Vor drei Jahren den Tränen nah, jetzt kann ich offen drüber reden und schreiben. Mir ist ziemlich egal, was andere davon halten, da mir mein eigenes Wohlergehen in dieser Hinsicht erstmal am Wichtigsten ist.

Immer wieder hat mich schockiert, wie oberflächlich die Menschen sind, natürlich hat sich bei mir ein Schutzmechanismus entwickelt. Wer gibt den Leuten das Recht, über andere zu urteilen. Auch kleine Kommentare, wie 'Du bist zu dick', 'Deine Haare sind zu lang' und 'Du hast schlechte Haut' können große Unsicherheiten auslösen. Ich frage mich, wieso man solche Unsicherheiten zum Thema machen muss. Als Individuum hat man genug mit Imperfektion und eigenen Komplexen zu kämpfen, dass anderen definitiv keine Kritik zusteht. Die Menschheit enttäuscht mich immer wieder mit dem wenigen Einfühlungsvermögen, das an den Tag gelegt wird. Die Aufgabe eines Menschen sollte sein, einen anderen aufzubauen, wenn ihm Unsicherheiten anvertraut werden. Ansonsten gibt es genug andere Themen, die weniger verletzend sind.



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