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Warum Gucci mich zum Fotografen gemacht hat



Gucci hat mein Interesse an Mode geweckt. Es klingt verrückt, aber es ist wahr. Mit 14-15 Jahren war Designermode auf dem Land ein Fremdwort: ab und an ist man in die Großstadt gefahren, um einzukaufen. Ehrlich gesagt war ich damals sehr deprimiert, dass Frauen eine große Auswahl an Kleidern, Röcken, unterschiedlichen Jeans und Accessoires hatten. Die Männerabteilung war (und ist teilweise) vergleichsweise natürlich sehr reduziert. Und die Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung daher auch dementsprechend traurig. Per Youtube habe ich mir eines Abends eine Gucci Fashionshow angeschaut: 2009 Spring Summer Menswear. Es war farbenfroh, besondere Designs und Looks, die ich in dieser Form noch nie an Männern gesehen habe (Wo auch?). Mein Horizont wurde mit einem Mal erweitert und gab mir eine grobe Richtung vor, in die ich mich entwickeln sollte.

Gucci unter Frida Giannini war elegant und schlüssig, wandelbar und sehr tragbar. Bald kaufte ich mir Modemagazine, es startete mit der Vogue (da es keine anderen Magazine auf dem Dorf gab), und entwickelte sich zu internationalen Modemagazinen mit Fokus auf Männermode. Die kreativen Editorials, die Mode, die Models - es warf mich in eine Traumwelt, eine Welt der Möglichkeiten. Somit folgte bald die Fotografie und erste Versuche eine eigene Welt zu keieren.
Aber zurück zu Gucci: Mittlerweile gibt es etliche interessante Marken für mich, aber Gucci hat einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen.

Vor wenigen Jahren ist Frida Giannini von Alessandro Michele ersetzt worden, seitdem fährt das Haus einen anderen Kurs. Ich war geschockt von seiner ersten Kollektion - im positiven Sinne. Mir war nicht bewusst, dass ein Designer eine Marke in so kurzer Zeit komplett umkrempeln kann. Androgyne Looks, Männer in Frauenkleidern, Vintagestyle der 70er und 80er, eine Explosion an Details und Accessoires. Ich identifiziere mich nicht wirklich mit den aktuellen Runway Looks, stehe aber zu hundert Prozent hinter der Messenge der Marke. Die Freiheit und Offenheit der neuen Richtung stellt mich innerlich zufrieden. Zu wissen, das ein Designer eine so klare Vision hat, bereichert mich. Gucci hat sich in all den Jahren weiterentwickelt, genau wie ich. Man möge die Kollektionen als kreatives Chaos bezeichnen, doch im Endeffekt hat jedes Produkt seine Bedeutung, Ausdrucksstärke und einen Sinn, Teil eines Ganzen zu sein. Von den Modenschauen über die Kampagnen zum Online Marketing bin ich immer wieder froh, wenn es etwas Neues zu sehen gibt. Es ist eine eigene Welt, in die ich eintauchen kann, bevor ich Nachts einschlafe.

Auch wenn ich mir die Sachen weder leisten kann, noch in Alessandros Vision lebe,bin ich sehr dankbar, dass sie Teil meiner Fantasie und Inspiration ist. Das mag vielleicht alles etwas kitschig klingen, aber ich verdanke der Marke wirklich viel.

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